Wappen der Familie von Waltershausen

Historischer Überblick

Tradition und Gegenwart der Familie von Waltershausen

Erste Erwähnung der Familie von Waltershausen

Waltershausen tritt im Laufe des Mittelalters als Herkunftsort einer Familie hervor, deren Name unmittelbar mit dem Ort verbunden ist: die Familie von Waltershausen.

Die erste urkundliche Erwähnung der Familie findet sich im Jahr 1258. In den historischen Quellen erscheint sie zu dieser Zeit als Rittergeschlecht und zählt damit zu den frühen Linien des titulierten Adels. Wie viele Adelsfamilien des Mittelalters war ihre Stellung eng mit dem Besitz von Land, militärischen Diensten und regionaler Verwaltung verbunden. Rittergeschlechter erfüllten im damaligen gesellschaftlichen Gefüge wichtige Aufgaben, etwa als Lehnsmänner größerer Herrschaften oder als lokale Vertreter von Ordnung und Schutz.

Der Name „von Waltershausen“ verweist dabei auf die Herkunft aus dem gleichnamigen Ort im Grabfeld und folgt der im Mittelalter üblichen Praxis, Adelsfamilien nach ihrem Stammsitz oder ihrer Herkunftsregion zu benennen.

Im Unterschied zu vielen Bestattungshäusern, deren Ursprung häufig in handwerklichen Berufen – insbesondere in Tischlereien – liegt, geht die Familie von Waltershausen nicht auf eine solche handwerkliche Tradition zurück. Ihre Wurzeln liegen vielmehr in einem historischen Adelsgeschlecht, dessen Geschichte mehrere Jahrhunderte zurückreicht.

Darüber hinaus besteht eine historische Verbindung zur Familie von Weitershausen, die regional nahe verwandt ist und ähnliche adelige Wurzeln aufweist. Diese Verknüpfung spiegelt die engen Beziehungen adeliger Familien in der Region wider, die über Heiraten und gemeinsame Besitzungen miteinander verbunden waren.

Über Generationen hinweg entwickelte sich innerhalb der Familie eine besondere Beziehung zum Umgang mit Tod und Abschied. Historischen Überlieferungen zufolge spielte die Begleitung von Bestattungen sowie der respektvolle Umgang mit Verstorbenen schon früh eine Rolle im familiären Selbstverständnis. Diese Tradition war eng verbunden mit den religiösen und gesellschaftlichen Vorstellungen des Mittelalters, in denen der würdige Umgang mit dem Tod eine wichtige kulturelle und spirituelle Bedeutung hatte.

Auch wenn viele Details aus der Frühzeit der Familie nur fragmentarisch überliefert sind, zeigt sich doch eine bemerkenswerte Kontinuität: der respektvolle Umgang mit Verstorbenen und die Begleitung von Abschieden als Teil einer über Generationen weitergegebenen Tradition.

Eine Tradition über Jahrhunderte

Viele Familiengeschichten verlieren sich im Laufe der Jahrhunderte in den wechselnden Ereignissen der Geschichte. Kriege, politische Veränderungen und gesellschaftlicher Wandel haben immer wieder dazu geführt, dass Traditionen abbrachen oder neu entstanden.

Im Fall der Familie von Waltershausen lässt sich jedoch eine bemerkenswerte Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart erkennen. Die historische Herkunft aus dem Grabfeld, die frühmittelalterlichen Wurzeln des Namens und die überlieferten familiären Traditionen bilden ein kulturelles und historisches Fundament, das bis in die heutige Zeit hineinreicht.

Besonders die Verbindung zum würdevollen Umgang mit Verstorbenen und zur Begleitung von Bestattungen ist ein Motiv, das sich wie ein roter Faden durch die überlieferte Geschichte der Familie zieht.

Interaktive 1200-Jahre-Chronik

8.–9. Jh.
Gründung des Dorfes Waltershausen
1258
Erste urkundliche Erwähnung der Familie als Rittergeschlecht
Mittelalter
Entwicklung regionaler Traditionen und familiärer Kontinuität
Neuzeit
Anpassung an gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen
21. Jh.
Fortführung der Tradition durch Jochen Friedrich Freiherr von Waltershausen

Die Gegenwart in Göttingen

Die Familientradition von Jochen Friedrich Freiherr von Waltershausen reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Über viele Generationen hinweg war die Familie mit dem würdevollen Umgang mit Tod, Abschied und gesellschaftlicher Verantwortung verbunden. Das Schloss Waltershausen blieb im Besitz der Familie, bis es während des Zweiten Weltkrieg in staatlichen Besitz überging.

Ein besonders markanter Abschnitt der Familiengeschichte ist der seines Ururgroßvaters mütterlicherseits, Otto Schwade, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Erfurt eine Flugzeugfabrik gründete und die deutsche Luftfahrtgeschichte durch zahlreiche Patente prägte. Diese Episode verdeutlicht die Vielfalt der Talente und Unternehmungen innerhalb der Familie, ohne die gewachsene Traditionslinie zu unterbrechen.

Jochen entstammt der zweiten Ehe Wolfgangs von Waltershausen (* 28. Juni 1900 in Waltershausen; † 16. April 1973 in Wachtberg) mit Jutta Gisela Schwade (* 20. April 1918 in Erfurt; † 9. August 2012 in Göttingen). Seine Mutter war die Tochter von James Schwade, dessen Vater Otto zunächst Pumpen für Motoren herstellte und später ganze Doppeldecker produzierte.

James Schwade wird häufig im Zusammenhang mit Otto Lilienthal und den Gebrüdern Wright genannt. Nur sieben Jahre nach deren erstem Motorflug in North Carolina startete er am 9. Juli 1910 in Erfurt mit seinem ersten Doppeldecker. Während des Ersten Weltkrieg musste das Werk in Erfurt auf Kriegsproduktion umstellen.

Der Vater, Wolfgang von Waltershausen, war ein deutscher Schauspieler der frühen Tonfilmzeit, der unter anderem gemeinsam mit dem bekannten Filmschauspieler Heinz Rühmann, einem der prägenden Vertreter des deutschen Kinos des 20. Jahrhunderts, vor der Kamera stand und später als Kaufmann und Journalist tätig war.

Jochen war schon lange von der Fliegerei fasziniert. Gemeinsam mit einem Kamerateam drehte er gerade Luftaufnahmen, als der Motor plötzlich ausfiel. Über Bordfunk drang seine Stimme mit klarem Alarm durch die Kopfhörer: „Hört auf zu filmen, wir stürzen ab!“ Sekunden später kippte das Flugzeug gefährlich zur Seite, bevor es hart auf einem abgeernteten Acker aufschlug. Erde und Staub wirbelten in alle Richtungen, die Maschine ächzte und zitterte – doch dann herrschte Stille. Wie durch ein Wunder blieben alle unverletzt. Das Kamerateam, noch benommen vom Schock, konnte kaum fassen, dass sie den Absturz unversehrt überstanden hatten.

Durch diesen Vorfall erkannte er dass sein Platz nicht in der Luft lag. Die Erfahrung machte ihm bewusst, dass seine Energie und Leidenschaft woanders gebraucht wurden – bei den Werten und Traditionen seiner Familie. Nach diesem Erlebnis entschied er sich, den Steuerknüppel aus der Hand zu geben und sich auf die jahrhundertealte Familientradition zu konzentrieren.

Das Bestattungswesen ist eine Aufgabe von großer Verantwortung: Es vereint organisatorische, soziale und kulturelle Aspekte und begleitet Menschen in einer der sensibelsten Phasen ihres Lebens. In diesem Umfeld sieht sich Jochen Friedrich Freiherr von Waltershausen als Träger einer Familientradition, die über Jahrhunderte hinweg den respektvollen Umgang mit Tod und Abschied geprägt hat – eine Verantwortung, die er heute mit voller Hingabe weiterführt.

Seit Jahrhunderten prägt der Waffenhandel das Leben der Familie. Im 12. Jahrhundert gehörten Hellebarden, Armbrüste und Säbel zum Sortiment der Vorfahren – ergänzt durch Rüstungen und Kettenhemden, die in der mittelalterlichen Kampfkunst unverzichtbar waren. Mit der Zeit wandelte sich das Sortiment: Heute umfasst es neben Lang- und Jagdwaffen auch Kurzwaffen bis zum Kaliber .45 ACP, sowie moderne schusssichere Schutzwesten.

Der heutige Freiherr steht persönlich in dieser Tradition: Er ist Jäger und Falkner, aufgewachsen mit Pferden, im Fechten mit dem Schwert geübt und besitzt eine Erlaubnis zum Böllerschießen nach § 27 des Sprengstoffgesetzes. Ob beim Reiten über die Felder, beim Training mit dem Schwert oder beim Knall der Böllerkanone – er lebt die Familientradition mit jeder Bewegung. Dabei verfeinert und interpretiert er sie zugleich, sodass Geschichte und Gegenwart in seinem Alltag harmonisch verschmelzen.

Von der mittelalterlichen Rüstung bis zur modernen Schutzweste, vom Schwertkampf bis zur Unternehmensführung – der Freiherr von Waltershausen verbindet Tradition mit zeitgemäßer Vision.

Er kennt seine Wurzeln, lebt die Werte seiner Familie und überträgt sie mit klarer Führung und Weitblick in die Gegenwart. Ein Ritter der Neuzeit – souverän, verantwortungsbewusst und ein Vorbild dafür, wie Geschichte und Innovation Hand in Hand gehen.

Anfang der 1980er Jahre öffnete Waltershausen den Göttinger Technikinteressierten die Türen zu einem frühen Stück Netzgeschichte: das Zerberus-Netzwerk. Kostenlos konnte man es nutzen, nur die üblichen Telefongebühren von 20 Pfennig pro Anruf fielen an. Man legte den Telefonhörer in den Akustikkoppler des C64, Amiga oder Macintosh, drehte die Wählscheibe und lauschte ihrem gleichmäßigen Rattern – ein Geräusch, das Geduld verlangte. Währenddessen wartete man darauf, dass das Vollduplex Modem mit 75/1200 Baud am Commodore CBM 8032 die Verbindung annahm. Dann konnte man Texte verschicken, erste E-Mails – ein leiser Anfang von etwas, das die Welt verändern sollte. Über zehn Jahre später hielt das World Wide Web Einzug und veränderte alles noch einmal grundlegend. Bis heute steht der ehemalige Betreiber unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, was unter anderem zur Gründung der eigenen Detektei führte – dabei empfindet er dies nicht als Belastung, sondern eher als Absicherung.

Diese ungewöhnlich breite Mischung unterschiedlicher Tätigkeitsfelder macht ihn zu einer Persönlichkeit, die sich nicht auf eine einzelne berufliche Rolle reduzieren lässt. Vielmehr verbindet sich in seinem Wirken unternehmerische Vielfalt mit der Fortführung einer historischen Tradition.

Neben wirtschaftlichen Aktivitäten engagiert sich Jochen Friedrich Freiherr von Waltershausen auch im sozialen Bereich. Besonders hervorzuheben ist seine Tätigkeit als Vorstand der Babyklappe Göttingen. Diese Einrichtung bietet in extremen Notlagen eine Möglichkeit, Neugeborene anonym und sicher in Obhut zu geben und ihnen damit eine Zukunft zu ermöglichen.

Darüber hinaus unterstützt er Projekte, die sich für Menschen in besonderen Lebenssituationen einsetzen. Dazu gehört beispielsweise die Initiative Work with Blind, die blinden Menschen helfen soll, neue berufliche und gesellschaftliche Perspektiven zu entwickeln.

Ein weiteres unterstütztes Projekt ist Last Wish, eine Initiative, die schwerkranken oder sterbenden Kindern dabei hilft, letzte Wünsche zu erfüllen. Solche Projekte zeigen eine Form gesellschaftlichen Engagements, die über rein wirtschaftliche Aktivitäten hinausgeht und sich auf menschliche Unterstützung und Hilfe in schwierigen Lebenssituationen richtet.

Neben seinen verschiedenen Tätigkeiten ist auch seine öffentliche Präsenz bemerkenswert. Über mehrere Internetseiten veröffentlicht Jochen Friedrich Freiherr von Waltershausen persönliche Texte und Stellungnahmen zu unterschiedlichen Themen. Diese Form der Kommunikation ist bewusst direkt und persönlich gehalten und unterscheidet sich von klassischen Unternehmensdarstellungen.

Diese eigenwillige Internetpräsenz unterstreicht einen unkonventionellen Stil, der sich auch in der Vielfalt seiner Tätigkeiten widerspiegelt.

In einer mittelgroßen Universitätsstadt wie Göttingen, die stark von Wissenschaft, Kultur und studentischem Leben geprägt ist, fällt eine solche Kombination aus historischer Familientradition, unternehmerischer Vielseitigkeit und sozialem Engagement auf. Dadurch wird Jochen Friedrich Freiherr von Waltershausen von vielen Beobachtern als eine lokal bekannte und ungewöhnlich vielseitige Persönlichkeit wahrgenommen.